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Medienmitteilung

Ausgabedatum: Samstag, 2. Mai 2015 14:45 Uhr


Mit neuen Niederschlägen weiterhin Hochwassergefahr Alpennordseite und Westschweiz

An zahlreichen Flüssen und Seen der Schweiz besteht weiterhin Hochwassergefahr. Seit Freitag sind auf der Alpennordseite sehr grosse Regenmengen gefallen, welche die Gewässer rasch haben ansteigen lassen. Die Arve (GE) führte am Samstag Vormittag über 900 m3/s Abfluss, was dem höchsten Messwert seit Messbeginn 1935 entspricht. In der Nacht von Samstag auf Sonntag fallen auf der Alpennordseite aber neue, voraussichtlich weniger intensive Niederschläge.

Seit Freitag sind vielerorts 50 bis 80 mm Regen gefallen, in der Ostschweiz um die 30 mm. Im Chablais und im westlichen Wallis lagen die Mengen bei 70 bis 120 mm, im äussersten Westen wurden punktuell Mengen von über 150 mm registriert. Am Jurasüdfuss zwischen Biel und der Region Gäu fielen Mengen von 100 bis 130 mm. Nach einer kurzen Pause setzen ab Samstagabend erneut Niederschläge ein, die erwarteten Regenmengen sind aber deutlich tiefer als während dem letzten Ereignis. Bis Sonntagabend werden in der Westschweiz 30 bis 60 mm, lokal bis 80 mm Regen erwartet, im Oberwallis und im Berner Oberland Niederschlagsmengen von 20 bis 40, lokal bis 50 mm.

Anstieg mehrerer See- und Flusspegel bis am Sonntag

Die Flüsse auf der Alpennordseite und in der Westschweiz haben stark auf die gefallenen Niederschläge reagiert und sind seit Freitagmittag deutlich angestiegen. Bei den grösseren Flüssen wurde an Aare, Rhein und Emme sowie bei der Rhone unterhalb der Einmündung der Arve die Gefahrenstufe 2 erreicht. Die Broye, die Saane sowie die Murg erreichten zwischenzeitlich die Gefahrenstufe 3 (erhebliche Gefahr). Die Arve bei Genf erreichte gar die Gefahrenstufe 5 (sehr grosse Hochwassergefahr). Für die Bewältigung des Hochwassers an diesen Gewässern sind die Kantone zuständig.

Bis Sonntag ist mit einem erneuten Anstieg der Flüsse und Seen insbesondere in der Westschweiz und im Mittelland zu rechnen. Die Jurarandseen sowie die Seen im Berner Oberland werden in den nächsten Stunden durch die Zuflüsse weiter ansteigen. Die Pegel des Bieler- und Thunersees können am Sonntag oder Montag die Gefahrenstufe 3 erreichen. Die Aare wird weiter ansteigen. Unterhalb des Thunersees kann sie kurzzeitig die Gefahrenstufe 3 erreichen, unterhalb des Bielersees die Gefahrenstufe 2. Die Rhone unterhalb der Einmündung der Arve sowie die Birs werden bis am Sonntagabend voraussichtlich weiterhin in der Gefahrenstufe 2 verbleiben. Der Hochrhein unterhalb der Mündung der Aare bleibt bis Sonntag in der Gefahrenstufe 2. Die Abflüsse der Emme und der Thur werden ab Samstagnachmittag stark zurückgehen. Ab Sonntagabend ist mit einer Entspannung zu rechnen, die weitere Entwicklung ist noch unsicher.

In den betroffenen Regionen ist unbedingt den Anweisungen der lokalen Behörden Folge zu leisten. Die Bundesstellen beobachten die Situation laufend und sind in Kontakt mit den betroffenen Kantonen. Aktuelle Informationen zur weiteren Entwicklung der Lage sind dem Naturgefahrenbulletin sowie dem Naturgefahrenportal des Bundes www.naturgefahren.ch zu entnehmen.

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