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Naturgefahrenbulletin des Bundes

Ausgabedatum: Dienstag, 29. Juli 2014 12:00 Uhr
Nächste Information: Mittwoch, 30. Juli 2014 12:00 Uhr

Prozess Stufe Betroffene Gebiete von bis
Regen 3 Simplonregion 28.07.14, 12 Uhr 29.07.14, 15 Uhr
Hochwasser 2 Bodensee, Brienzersee, Vierwaldstättersee 27.07.14, 12 Uhr 31.07.14, 12 Uhr
Hochwasser 2 Aare unterhalb Bielersee, Aare unterhalb Thunersee 27.07.14, 12 Uhr 31.07.14, 12 Uhr
Hochwasser 2 Hochrhein 27.07.14, 12 Uhr 31.07.14, 12 Uhr
Hochwasser 2 Emme, Kleine Emme, Reuss, Rhone , Saane 28.07.14, 12 Uhr 31.07.14, 12 Uhr
Hochwasser 2 Bielersee, Thunersee 28.07.14, 12 Uhr 31.07.14, 12 Uhr
Hochwasser 2 Glarner Alpen, Sopraceneri, Urner Alpen, Waadtländer und Freiburger Alpen, Wallis, Zentralschweiz, westliches Berner Oberland, östliches Berner Oberland 28.07.14, 12 Uhr 31.07.14, 12 Uhr
Hochwasser 2 Sotto Ceneri, zentrales Mittelland 28.07.14, 15 Uhr 31.07.14, 12 Uhr

Weiterhin Hochwasser- und Hangrutschgefahr im Tessin, im Wallis sowie für grosse Teile der Alpennordseite

Zwischenzeitliche Entspannung, ab Mittwochmittag wiederum teils kräftiger Regen am Alpennordhang erwartet. Dieser führt in den betroffenen Gebieten ab Mittwochnachmittag erneut zu steigenden Abflüssen und erhöhter Gefahr von Hangrutschungen.

Wetter/Niederschläge

Aktuelle Situation

Das markante Tiefdruckgebiet über Südfrankreich zieht heute mit seinem Kern über den Golf von Genua nach Ligurien und morgen über Mittelitalien zur Adria. Die dazugehörende Störung zieht heute unter von der Südschweiz über die Ostschweiz hinweg zur Nord- und Nordwestschweiz.

Damit sind die teils ergiebigen Regenfälle in den mit Stufe 3 gewarnten Regionen vorbei und die Warnung kann am Mittag aufgehoben werden. Am zentralen und westlichen Alpennordhang sowie im Wallis wurden seit gestern Mittag recht verbreitet  30 mit 70 mm gemessen. Am Alpennordhang mit eingelagerten Gewittern am Montag lokal sogar 60 bis 90 mm. Somit wurde die Warnung der Sufe 3 mit 50 bis 80 mm in diesen Regionen recht gut erfüllt. Die Schneefallgrenze sank durch Niederschlagsabkühlung in den Alpen, speziell im Wallis lokal bis 2400 Meter, sonst lag sie bei 2900 Metern.

Dagegen wurde die Stufe 3 von 150 bis 200 mm im Locarnese mit 60 bis 110 mm deutlich nicht erreicht.

Detailliertere Angaben zu den teils ergiebigen Regenfällen und Gewittern finden Sie ab Dienstagmittag auf www.meteoschweiz.ch unter Tagesaktualität.

 

Prognose

Am Mittwoch fliesst auf der Rückseite des abziehenden Tiefs die feuchte Luft  nochmals von der Nordwestschweiz her zur Alpennordseite zurück. Dort werden dann vor allem in der zweiten Tageshälfte und besonders am zentralen und östlichen Alpennordhang nochmals schauerartige Niederschläge ausgelöst. Dabei werden hier nochmals maximal 30 bis 50 mm erwartet. Die Schneefallgrenze liegt dabei bei etwa 3000 Metern. Eine Warnung der Stufe 2 (ev. 3) wird für Dienstagnachmittag oder Mittwochmorgen ins Auge gefasst.

Fliessgewässer und Seen

Aktuelle Situation

Infolge der intensiven Gewitterregen stiegen am Montagnachmittag und -abend zahlreiche Bäche sprunghaft auf ausserordentlich hohe Abflusswerte an. Kleinere und mittelgrosse Flüsse erreichten ihre Abflussspitzen mehrheitlich in der Nacht auf Dienstag. An der Kander wurde die Gefahrenstufe 4 und an der Luthern sowie Gürbe die Gefahrenstufe 3 registriert. Die Gefahrenstufe 2 wurde an mehreren Fliessgewässern beobachtet: Aare, Rhone, Emme, Lütschine, Reuss, Sense, Langeten, Wigger und Sitter. Die Aare unterhalb des Bielersees, die Limmat und der Rhein blieben bis anhin unterhalb der Gefahrenstufe 2.

Die Seepegel haben auf die erhöhten Zuflüsse reagiert. Sie sind derzeit mehrheitlich am Steigen, insbesondere die Pegel vom Brienzer- und Thunersee. Der Bielersee hat mittlerweile die Gefahrenstufe 2 erreicht. Die Wasserstände der anderen grösseren Seen auf der Alpennordseite stiegen hingegen nur leicht an (Neuenburger-, Vierwaldstätter-, Zürich- und Bodensee). Sie liegen aktuell knapp unterhalb der Gefahrenstufe 2.

Deutliche Abflusszunahmen verzeichnen im Moment die Pegel der Fliessgewässer im Wallis und Tessin.

Prognose

Aufgrund der erhöhten Abflüsse, der nassen Böden sowie der vorhergesagten Niederschläge ist ab Mittwochmittag mit einem erneuten Ansteigen der Abflüsse und Seepegel in den bewarnten Gebieten zu rechnen. Für den Bieler-, Thuner-, Brienzer- und Vierwaldstättersee sowie für den Bodensee gelten weiterhin die Gefahrenstufe 2. Aufgrund der erhöhten Zuflüsse wird der Lago di Lugano bis am Mittwoch weiter ansteigen, jedoch die Gefahrenstufe 2 voraussichtlich nicht erreichen. Auch die Anstiege am Lago Maggiore werden nach aktuellen Prognosen unterhalb der Gefahrenstufe 2 verbleiben.

Die Hochwasserwarnung für die kleinen und mittelgrossen Fliessgewässer wird überwiegend aufrecht erhalten. Einzelne Regionen können jedoch entwarnt werden: Jura, Genferseebecken und westliches Mittelland. Hier werden derzeit keine grösseren Niederschläge erwartet. Eine Ausdehnung der Warnungen auf die Fliessgewässer im östlichen Mittelland und im Alpstein-Gebiet ist im weiteren Verlauf wahrscheinlich.

Station Gefahrenstufe Maximum Zeitpunkt Maximum
Aare-Bern 2 390 - 420 m³/s 29.07.14, 12:00 Uhr - 31.07.14, 12:00 Uhr
Aare-Brugg 2 750 - 850 m³/s 29.07.14, 12:00 Uhr - 31.07.14, 12:00 Uhr
Bielersee - Ligerz 2 429.8 - 430.0 m ü. M. 29.07.14, 12:00 Uhr - 31.07.14, 12:00 Uhr
Bodensee (Obersee) - Romanshorn 2 396.65 - 396.75 m ü. M. 29.07.14, 12:00 Uhr - 31.07.14, 12:00 Uhr
Brienzersee - Ringgenberg 2 564.70 - 564.90 m ü. M. 29.07.14, 12:00 Uhr - 31.07.14, 12:00 Uhr
Reuss-Mellingen 2 450 - 600 m³/s 30.07.14, 12:00 Uhr - 31.07.14, 12:00 Uhr
Rhône-Branson 2 420 - 500 m³/s 29.07.14, 12:00 Uhr - 18:00 Uhr
Thunersee - Spiez 2 557.90 - 558.10 m ü. M. 29.07.14, 12:00 Uhr - 31.07.14, 12:00 Uhr
Vierwaldstättersee - Luzern 2 434.00 - 434.15 m ü. M. 29.07.14, 12:00 Uhr - 31.07.14, 12:00 Uhr

Massenbewegungen

Aktuelle Situation

Die Regenfälle der letzten Tage haben in weiten Gebieten der Schweiz zu lokalen Hangrutschungen geführt. In der Folge waren Strassen und Bahnlinien unterbrochen. Trotz des nachlassenden Niederschlags bleiben die Böden weiterhin wassergesättigt.

Prognose

Die nachlassenden Niederschläge führen zu einer leichten Entspannung der Situation. Aufgrund der hohen Wassersättigung der Böden sind aber lokal weitere Hangrutschungen zu erwarten, insbesondere in Regionen in denen weitere Niederschläge fallen.

Colonna da context