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Naturgefahrenbulletin des Bundes

Ausgabedatum: Samstag, 15. November 2014 12:00 Uhr
Nächste Information: Sonntag, 16. November 2014 12:00 Uhr

Prozess Stufe Betroffene Gebiete von bis
Hochwasser 5 Lago Maggiore 11.11.14, 12 Uhr 17.11.14, 12 Uhr
Hochwasser 5 Lago di Lugano 15.11.14, 00 Uhr 17.11.14, 12 Uhr
Hochwasser 3 Tresa 12.11.14, 12 Uhr 17.11.14, 12 Uhr
Regen 3 Alpensüdseite 15.11.14, 00 Uhr 16.11.14, 08 Uhr
Schnee 3 Alpensüdhang 15.11.14, 00 Uhr 16.11.14, 08 Uhr
Hochwasser 2 Sopraceneri 10.11.14, 12 Uhr 17.11.14, 12 Uhr

Weiterhin grosse Hochwassergefahr am Lago Maggiore und Lago di Lugano

Am Samstag erneuter Dauerregen im Tessin und Schneefälle in den Bergen. Die Pegel der Tessiner Seen steigen von Samstag bis Sonntag wieder an. Der Lago Maggiore verbleibt in Gefahrenstufe 5, der Lago di Lugano wird voraussichtlich ebenfalls Gefahrenstufe 5 erreichen.

Wetter

Aktuelle Situation

Die südwestliche Höhenströmung hat sich in der vergangenen Nacht verstärkt. Damit befindet sich die Alpensüdseite erneut in einer Südstaulage.

Seit Freitagabend sind zwischen 15 und 45 mm gefallen. Die Schneefallgrenze lag zwischen 1800 und 2000 Metern. Oberhalb von 2000 Metern kamen 10 bis 30 cm Neuschnee zustande.

Prognose

Bis heute Abend halten die Niederschläge auf der Alpensüdseite an. In der kommenden Nacht klingen sie allmählich ab. Bis Sonntagmorgen sind insgesamt 80-100 mm, besonders im Mittel- und Südtessin lokal bis 120 mm zu erwarten. Die Schwellenwerte werden somit nur lokal überschritten. Allerdings sind die Niederschläge zum Teil schauerartig verstärkt (30-40 mm in 6 Stunden).

Die Schneefallgrenze sinkt bis am Abend gegen 1400-1600 Meter, lokal kann es bis etwa 1000 Meter herab schneien. Oberhalb von 1800-2000 Meter sind insgesamt 70-100 cm Neuschnee zu erwarten.

Fliessgewässer und Seen

Aktuelle Situation

Infolge der Niederschlagspause von Donnerstagmorgen bis Freitagabend sanken die Pegelstände aller Tessiner Gewässer. Während die Pegel der Fliessgewässer schnell zurückgingen, sanken die Wasserstände der Tessiner Seen verzögert. Der Pegel des Lago Maggiore erreichte am Donnerstagmorgen einen Pegelstand von 196.40 m ü.M. und sank bis Samstagmorgen auf 196.06 m ü.M. Er befindet sich damit weiterhin deutlich oberhalb der Schwelle zur Gefahrenstufe 5 (195.75 m ü.M). Auch der Lago di Lugano sank von Donnerstagnachmittag vom Maximalstand 271.62 m ü.M. langsam auf 271.49 m ü.M. am Samstagmorgen und befindet sich weiterhin in der Gefahrenstufe 4. Der Abfluss der Tresa (Ausfluss des Lago di Lugano) wird auf einem Abfluss von ca. 170 m3/s reguliert und verbleibt somit in der Gefahrenstufe 3.

Prognose

Infolge der erneuten hohen Niederschlagssummen werden die Tessiner Gewässer ab Samstagmorgen erneut ansteigen. Die Tresa, der gesteuerte Ausfluss des Lago di Lugano, verbleibt in Gefahrenstufe 3, ansonsten werden an den grösseren Fliessgewässern keine Warnschwellen überschritten. An kleineren und mittleren Gewässern kann es zu markanten Pegelanstiegen und ggf. auch dem Überschreiten von Warnschwellen kommen. Die Seepegel des Lago Maggiore und des Lago di Lugano werden bis Sonntagmittag wieder ansteigen. Für den Lago Maggiore werden ähnliche Wasserstände wie am Donnerstag vorhergesagt. Am Lago di Lugano muss mit einem Überschreiten der Schwelle zur Gefahrenstufe 5 (271.65 m ü.M.) gerechnet werden. Ab Sonntagnachmittag werden die Pegelstände langsam sinken. Eine längere trockene Phase ab Dienstag wird zu einer Entspannung der Situation an den Tessiner Seen führen.

  

Station Gefahrenstufe Maximum Zeitpunkt Maximum
Lago Maggiore - Locarno 5 196.10 - 196.50 m ü. M. 15.11.14, 22:00 Uhr - 16.11.14, 12:00 Uhr
Lago di Lugano - Melide 5 271.70 - 271.90 m ü. M. 15.11.14, 22:00 Uhr - 16.11.14, 12:00 Uhr

Massenbewegungen

Aktuelle Situation

Dank der Niederschlagspause von gestern und heute konnten sich Böden und Felsuntergrund im Maggiatal, im Centovalli und im Onsernonetal drainieren und damit entlasten. Die Gefahr von spontanen Rutschungen ist zurückgegangen.

Prognose

Die erwarteten Niederschläge vom Wochenende sind weniger intensiv als die der vergangenen Woche. Die Hangstabilität sollte deshalb weiter zunehmen; im Hauptniederschlagsgebiet kann aber der Abgang von spontanen Rutschungen nicht ausgeschlossen werden. Eine wirkliche Entspannung ist erst in einer längeren Niederschlagspause möglich.

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