Navigaziun

Logo da la Confederaziun svizra

Links da siglida

tschernì

Cuntegn

Naturgefahrenbulletin des Bundes

Ausgabedatum: Dienstag, 5. Mai 2015 12:00 Uhr
Nächste Information: Mittwoch, 6. Mai 2015 12:00 Uhr

Prozess Stufe Betroffene Gebiete von bis
Hochwasser 4 Bielersee, Neuenburgersee, Thunersee 05.05.15, 12 Uhr 12.05.15, 12 Uhr
Hochwasser 4 Aare unterhalb Thunersee 05.05.15, 12 Uhr 07.05.15, 12 Uhr
Hochwasser 3 Aare unterhalb Bielersee, Aare-Hagneck 05.05.15, 12 Uhr 07.05.15, 12 Uhr
Hochwasser 3 Murtensee 05.05.15, 12 Uhr 12.05.15, 12 Uhr
Hochwasser 2 Alpennordhang, Graubünden, Jura, Mittelland, Sopraceneri, Wallis 05.05.15, 12 Uhr 06.05.15, 12 Uhr
Hochwasser 2 Emme, Hochrhein , Kleine Emme, Reuss, Rhone von Genfersee bis Chancy, Saane 05.05.15, 12 Uhr 07.05.15, 12 Uhr
Hochwasser 2 Brienzersee, Genfersee, Vierwaldstättersee, Zürichsee 05.05.15, 12 Uhr 07.05.15, 12 Uhr

Weiterhin Hochwassergefahr auf der Alpennordseite, insbesondere an der Aare. Föhnsturm in den nördlichen Alpentälern.

Am Thunersee, am Neuenburgersee, am Bielersee und an der Aare zwischen Thun und Bern besteht weiterhin grosse Hochwassergefahr. Gewässer können vermehrt über die Ufer treten. Erhebliche Hochwassergefahr gilt am Hagneckkanal, am Murtensee sowie an der Aare unterhalb des Bielersees. Von Dienstagmittag bis Mittwochmorgen sind auf der Alpennordseite 10 bis 20 mm Niederschlag zu erwarten. Das Risiko von heftigen Gewittern hat sich aber deutlich entschärft. In den nördlichen Alpentälern hat sich eine kräftige Föhnphase eingestellt. Die Fachstellen des Bundes beobachten die Lage und koordinieren sich. Aktuelle Informationen sind auf www.naturgefahren.ch zu finden.

Wetter

Aktuelle Situation

Nach einer kurzen, aber starken Föhnphase überquert eine schwach aktive Kaltfront aus Südwesten im Laufe des heutigen Dienstags die ganze Schweiz. In der Nacht auf Mittwoch staut sich die herangeführte Feuchte gegen den Alpensüdhang und verursacht deutlich intensivere Niederschläge als auf der Alpennordseite.

Prognose

Mit dem Aufzug der Kaltfront aus Südwesten schwächt sich die Föhnströmung allmählich ab und geht im Laufe des Nachmittags zu Ende. In den Alpentälern sind allerdings noch Böenspitzen zwischen 70 und 80 km/h zu erwarten. Das Risiko von heftigen Gewittern hat sich mit dem rascherem Aufzug der erwähnten Kaltfront deutlich entschärft. Beim Frontdurchzug sind auf der Alpennordseite vor allem Regenschauer zu erwarten. Zwischen heute Nachmittag und heute Nacht verursacht die erwähnte Kaltfront Stauniederschläge am Alpensüdhang, in Form von zahlreichen Regenschauern und auch einzelnen Gewittern. Von Dienstagmittag bis Mittwochmorgen sind auf Alpennordseite 10 bis 20 mm Niederschlag zu erwarten.  Die Schneefallgrenze liegt vor der Kaltfront noch bei 3000 Metern und sinkt dann bis am Mittwochmorgen nördlich der Alpen auf etwa 2000 Meter ab.

Schnee

Aktuelle Situation

Die Schneelagengrenze liegt zurzeit zwischen 1700 und 2100m. Die Schneedecke ist bis in Höhenlagen von rund 2800m durchfeuchtet. Wie zu dieser Jahreszeit üblich, weisen die Schneedeckeneigenschaften regional, expositionsabhängig und kleinräumig grosse Unterschiede auf.

Prognose

Am Dienstag treten in der Schweiz typische Schneeschmelzraten für den Frühling auf. Es ist unterhalb von 2900m mit mittleren Abnahmen im Schneewasseräquivalent um rund 20mm/Tag zu rechnen, lokal mit Abnahmen um bis zu 25-40mm. Für Mittwoch werden geringere Abnahmen von 5 bis maximal 20mm/Tag prognostiziert, dabei sind Höhenlagen zwischen der Schneelagengrenze und etwa 2700m betroffen. Die grössten Abnahmen im Schneewasseräquivalent treten am Dienstag im Tessin auf. Dort ist mit mittleren Abnahmen um rund 25-40mm zu rechnen, lokal mit Abnahmen um bis zu 50mm.

Massenbewegungen

Prognose

Bei intensiven und anhaltenden oder konvektiven Starkniederschlägen können spontane Rutschungen nicht ausgeschlossen werden. Die Gefahr von Rutschungen betrifft vor allem die Gebiete, die in den letzten Tagen hohe Niederschlagssummen verzeichneten und wo die Böden stark gesättigt sind.

Fliessgewässer und Seen

Aktuelle Lage

Aufgrund der trockenen Phase seit Montagabend sind die Zuflüsse zu den betroffenen Seen in der Nacht auf Dienstag zurückgegangen. Sie sind jedoch immer noch hoch. Die Pegel der betroffenen Seen sind darum in den meisten Fällen weiter gestiegen. Die gesteuerten Ausflüsse aus dem Thunersee und dem Bielersee sind sehr hoch. Deshalb hat sich der Wasserstand des Thunersees in der zweiten Nachthälfte stabilisiert. Er liegt weiterhin in der Gefahrenstufe 4. Der Pegel des Bielersees ist leicht gesunken und lag am Dienstagmorgen knapp unterhalb der Gefahrenstufe 4. Der Neuenburgersee hat am Montagabend die Gefahrenstufe 3 erreicht. Die Pegel von Brienzer-, Murten- und Vierwaldstättersee liegen in der Gefahrenstufe 2. Der Wasserstand des Zürichsees hat sein Maximum unterhalb der Gefahrenstufe 2 erreicht und sinkt momentan ganz langsam.

Aufgrund der grossen Seeausflüsse weist die Aare weiterhin einen hohen Wasserstand auf. Unterhalb des Thunersees liegt sie im Bereich der Gefahrenstufe 4 und unterhalb des Bielersees im Bereich der Gefahrenstufe 3. Reuss, Limmat und Hochrhein haben am Montagnachmittag ihre Höchststände erreicht und sinken seiterher langsam.

 

Prognose

Aufgrund der vorhergesagten Niederschläge werden die Abflüsse der Fliessgewässer erneut steigen. Die Hochwasserwarnung für die kleinen und mittleren Fliessgewässer auf der Alpennordseite und im Wallis wird deshalb verlängert. Zudem wird sie auf das Tessin, das Misox und das Bündnerland ausgeweitet. Auch die Warnungen für die Aare, die Reuss, den Hochrhein sowie die Rhone unterhalb des Genfersees werden verlängert. An der Aare zwischen Thun und dem Wohlensee besteht also weiterhin grosse Hochwassergefahr. Weiterhin gilt die Gefahrenstufe 3 für den Hagneckkanal und die Aare unterhalb vom Bielersee sowie Gefahrenstufe 2 für die Saane, die Emme, die kleine Emme, die Reuss sowie die Rhone unterhalb des Genfersees. Der Hochrhein wird neu mit Gefahrenstufe 2 bewarnt. An der Limmat und der Birs werden nur noch moderate Abflussanstiege erwartet. Die bestehenden Warnungen werden deshalb aufgehoben. 

Wegen den steigenden Zuflüssen werden auch die Seestände weiter, beziehungsweise erneut steigen. Der Neuenburgersee wird voraussichtlich am Donnerstag oder Freitag die Gefahrenstufe 4 erreichen und deshalb hochgestuft. Ansonsten gelten die ausgegebenen Warnungen weiterhin: Gefahrenstufe 4 für Thuner- und Bielersee. Gefahrenstufe 3 für Murtensee. Gefahrenstufe 2 für Genfer-, Brienzer-, Vierwaldstätter- und Zürichsee.

 

Station Gefahrenstufe Maximum Zeitpunkt Maximum
Aare-Bern 4 500 - 550 m³/s 05.05.15, 12:00 Uhr - 07.05.15, 12:00 Uhr
Aare-Brügg 3 650 - 680 m³/s 05.05.15, 12:00 Uhr - 07.05.15, 12:00 Uhr
Aare-Hagneck 3 800 - 1100 m³/s 06.05.15, 00:00 Uhr - 16:00 Uhr
Bielersee 4 430.35 - 430.60 m ü. M. 10.05.15, 00:00 Uhr - 12.05.15, 00:00 Uhr
Lac Léman - St - Prex 2 372.40 - 372.50 m ü. M. 06.05.15, 00:00 Uhr - 23:00 Uhr
Murtensee 3 430.40 - 430.60 m ü. M. 10.05.15, 00:00 Uhr - 12.05.15, 00:00 Uhr
Neuenburgersee 4 430.40 - 430.55 m ü. M. 10.05.15, 00:00 Uhr - 12.05.15, 00:00 Uhr
Reuss-Mellingen 2 450 - 550 m³/s 06.05.15, 00:00 Uhr - 16:00 Uhr
Rhein-Basel 2 2400 - 2700 m³/s 06.05.15, 06:00 Uhr - 18:00 Uhr

Colonna da context