Navigaziun

Logo da la Confederaziun svizra

Links da siglida

ausgew�hlt

Cuntegn

Naturgefahrenbulletin des Bundes

Ausgabedatum: Dienstag, 30. Oktober 2018 11:00 Uhr
Nächste Information: Mittwoch, 31. Oktober 2018 11:00 Uhr


Intensiver Schneefall westliches Tessin. Erneut intensiver Dauerregen Oberwallis. Starker Sturm zentraler und östlicher Alpennordhang. Hochwasser im Tessin. 

Infolge erneuten Südstaus kommt es am Mittwoch im westlichen Tessin in höheren Lagen zu starken Schneefällen und im Simplongebiet zu intensivem Niederschlag. Gleichzeitig kommt am zentralen und östlichen Alpennordhang ein starker Föhnsturm auf. Die Wasserstände des Lago Maggiore und des Lago di Lugano steigen in die Gefahrenstufe 2.  
Prozess Stufe Betroffene Gebiete von bis
Wind 3 zentraler und östlicher Alpennordhang 31.10.18, 00 Uhr 01.11.18, 12 Uhr
Regen 3 südliche Walliser Alpen vom Gr. St. Bernhard bis zum Simplon, Goms und Aletschgebiet 31.10.18, 06 Uhr 01.11.18, 12 Uhr
Schnee 3 Alta Valmaggia, Leventina 31.10.18, 12 Uhr 01.11.18, 18 Uhr
Hochwasser 2 Lago Maggiore, Lago di Lugano, Tresa 30.10.18, 18 Uhr 05.11.18, 11 Uhr

Wetter  (Stand: 30.10.2018, 11:00 Uhr)

Aktuelle Situation

Die intensive Südstaulage ist in der Nacht auf Dienstag zu Ende gegangen. Seit Anfang des Ereignisses fielen im Centovalli und im Onsernonetal über 400 mm, lokal sogar über 500 mm Niederschlag. Über 300 mm wurden im oberen Maggiatal und im Bedrettotal aufgezeichnet. Auf der übrigen Alpensüdseite, im Oberengadin sowie vom Rheinwald über das Tavetsch und Urserental bis ins Goms und Simplongebiet gingen im selben Zeitraum an den meisten Orten noch über 200 mm nieder. Ferner wurden in den südlichen Walliser Alpen, vom Aletschgebiet über das Haslital bis zum Urner Oberland sowie praktisch im ganzen Kanton Graubünden über 100 mm totalisiert.

Die Schneefallgrenze lag auf der Alpensüdseite zunächst meist über 2000 Meter, am Samstagabend ist sie teilweise auf rund 1600 Meter abgesunken. Nördlich des Alpenhauptkamms ist sie am Samstagvormittag gegen rund 800 Meter, teils auch bis in die Niederungen gesunken. In der Nacht auf Montag ist sie auf rund 1600 Meter gestiegen, um in der Nacht auf Dienstag erneut auf unter 1000 Meter zu sinken. Am Dienstagmorgen lagen vom Tavetsch über das Hinterrheingebiet bis ins Oberengadin oberhalb von 1200 bis 1500 Metern rund 20 bis 30, lokal bis 50 cm Schnee . Im Wallis liegen in mittleren Lagen von 1300 bis 1800 Metern meist weniger als 10 cm Schnee.

In der Nacht auf Dienstag traten auf der Alpensüdseite stürmische Südwinde mit starken Sturmböen auf. So wurden auch in den Niederungen verbreitet Böenspitzen von 80 bis 110 km/h, in Lugano sogar knapp 130 km/h gemessen. Noch stärker war der Südsturm über den Alpen. Auf dem Gütsch ob Andermatt wurden extreme 213 km/h festgestellt, auf dem Piz Martegnas bei Savognin 181 km/h und auf dem Gornergrat 168 km/h. Der stürmische Südwind machte sich teilweise auch als Föhn in den nördlichen Alpentälern bemerkbar, wo beispielsweise in Elm 130 km/h aufgezeichnet werden konnten.

 

Prognose

Das kräftige Tief, welches die intensive Südstaulage ausgelöst hat, ist in der Nacht über die Alpen nach Norden gezogen. Damit drehten die Winde auf West bis Südwest, und die Südstaulage schwächt sich weiter ab. Bis Dienstagabend werden im Tessin und im Misox noch 30 bis 40 mm Niederschlag erwartet. Die Schneefallgrenze liegt dabei bei etwa 1400 Metern. Die genannten Niederschlagsmengen stellen kein warnrelevantes Ereignis mehr dar. In den übrigen Gebieten sind die in den nächsten 12 Stunden zu erwartenden Mengen von bis zu 10 mm nur noch unbedeutend. Allerdings setzen mit der sich auf morgen aufbauenden Föhnlage im Süden erneut kräftige Niederschläge ein, im westlichen Tessin kräftige Schneefälle zur Folge haben. Dabei werden oberhalb 1600 bis 1800 Metern 60-80 cm Neuschnee erwartet. Im weiteren sind die Niederschläge, welche die südlichen Walliser Alpen vom Grossen Sankt Bernhard bis Simplongebiet sowie das Goms und das Aletschgebiet erfassen, mit 60 bis 150 mm wiederum intensiv. Die Schneefallgrenze steigt dabei von 1500 auf 2000 Meter an.

Die stürmischen Südwinde sind auf der Alpensüdseite am Dienstagmorgen zu Ende gegangen. Auch über dem Alpenkamm haben sich die Südwinde abgeschwächt. Bis am Dienstagabend bleiben sie allerdings stark, und es sind Böenspitzen von 100 bis 130 km/h zu erwarten, was der Warnstufe 2 entspricht. Zudem erreicht auf der Alpennordseite vom westlichen bis zum zentralen Mittelland und insbesondere über dem Jura der Westwind bis Dienstagabend rund 70 bis 90 km/h.

Auf Mittwoch baut sich im Alpenraum eine starke Föhnströmung auf, womit in den Bergen erneut stürmische Südwinde einsetzen und in den nördlichen Alpentälern mit starkem bis stürmischen Föhn gerechnet werden muss. Dabei werden in exponierten Kamm- und Gipfellagen Böenspitzen von 130 bis 160 km/h erwartet. In den Alpentälern werden Windspitzen von über 80 Km/h, an exponierten Lagen wie im Urner Reusstal, im Haslital sowie im Sarganserland können auch 110 km/h überschritten werden.

 

Fliessgewässer und Seen  (Stand: 30.10.2018, 11:00 Uhr)

Aktuelle Situation

Die intensiven und anhaltenden Niederschläge haben die Gewässer insbesondere im Tessin weiter ansteigen lassen. An der Maggia und weiteren Flüssen im Tessin wurde in der Nacht auf Dienstag die Gefahrenstufe 2 erreicht. Der Lago Maggiore und der Lago di Lugano sind infolge der hohen Zuflüsse stark angestiegen und nähern sich der Gefahrenstufe 2.

Prognose

Die vorübergehend nachlassenden Niederschläge führen in den betroffenen Gebieten der südlichen Schweiz, des Simplongebiets und dem Einzugsgebiet der oberen Rhone sowie Graubündens zu einem Rückgang der Abflüsse am Dienstag.

Erneute Abflussanstiege werden ab Mittwochabend im westlichen Tessin und Simplongebiet vorhergesagt. Die Wasserstände der betroffenen Flüsse werden jedoch voraussichtlich unterhalb der Gefahrenstufe 2 bleiben.

Die Wasserstände des Lago di Lugano und des Lago Maggiore werden infolge der über mehrere Tage anhaltenden Niederschläge und erhöhten Zuflüsse bis zum Wochenende weiter ansteigen. Am Lago Maggiore wird die Gefahrenstufe 2 am Dienstagabend erreicht. Am Lago di Lugano wird die Grenze zur Gefahrenstufe 2 voraussichtlich am Mittwoch überschritten. Die Tresa verbleibt aufgrund des erhöhten gesteuerten Ausflusses aus dem Lago di Lugano in der Gefahrenstufe 2.

 

Station Gefahrenstufe Maximum Zeitpunkt Maximum
Lago Maggiore - Locarno 2 194.8 - 195.5 m ü. M. 02.11.18, 00:00 Uhr - 00:00 Uhr
Lago di Lugano - Melide 2 270.9 - 271.1 m ü. M. 01.11.18, 00:00 Uhr - 03.11.18, 00:00 Uhr

Colonna da context